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HI MUM
DIY-Haltung, Slacker-Romantik und der Flirt mit den MTV-Heydays – eine bekannte Ästhetik, die irgendwie nicht totzukriegen ist und in HI MUM aus Nürnberg ein weiteres Pro-Argument findet. Das Spiel mit der Laut-Leise-Dynamik beherrscht das Quartett ebenso wie die Kombi aus unbeschwerten Pop-Harmonien und den obligatorischen Gitarrenwänden. Ein angenehmes Gefühl von Vertrautheit, in der Nostalgie aber trotzdem nur eine Randnotiz bleibt. Dafür sind die Songs zu dringlich und die Attitüde zu unverkrampft. Textlich schweift der Blick mal bittersüß, mal semifröhlich durch die bunte Gefühlskiste aus persönlichen Erfahrungen, rätselhaften Begegnungen und popkulturellen Referenzen. Wer Genres zur Sound-Einordnung braucht, sollte mit den Begriffen Alternative, Shoegaze, Indie und Grunge eine konkrete Vorstellung bekommen. Der Vibe ist damit klar – HI MUM liefern ihn maximal unverbraucht.
https://www.instagram.com/himum_666/
NIKITA CURTIS
In Zeiten wie diesen ist Trost eine rar gesäte Wohltat, derer nur die Wenigsten habhaft werden. Manche finden sie in materieller Akkumulation oder in der Arbeit an sich, in einem Dasein für die Karriere. Andere in Ignoranz und Zynismus gegenüber allem was war und sein wird, dem Rückzug ins Private. NIKITA CURTIS bieten einen differenzierteren Kompromiss: zielgerichteter Zorn und Desillusionierung, ja, aber mit einer Prise Resilienz fürs unbeirrte Weitermachen. Was bleibt sonst übrig? Was kann daraus erwachsen?
Die Debüt-EP „Where The Water Ends“ (2024) gibt eine klare Antwort: Musik und künstlerischer Ausdruck als Selbsttherapie. Mit einer roughen Interpretation des Post-Punk-Revivals zeigt das Quartett aus Leipzig, dass selbst in ausweglosen Großwetterlagen jeder Regenschauer auch als Abkühlung vom heiß gelaufenen Alltagstrott gelesen werden kann. Die Wut hier ist ehrlich, gerade heraus. Jener lässig daher gezockte Groove, mit dem die Nachfahren der Punks in den Achtzigern spielten, aber genauso – und der sitzt. Es ist die Renaissance eines Sounds, der zwischen Pandemien und Kriegen das Lebensgefühl einer Umbruch-Generation spiegelt.
Bittersüß ist er, bitter nötig aber auch.
https://www.instagram.com/nikitacurtisband/?hl=de
https://nikitacurtis.bandcamp.com/album/where-the-water-ends
Veranstaltungsort/-stätte
Kunst- und Kulturhaus Neuneinhalb
Gerberplatz 1,
95445 Bayreuth
Veranstalter:in
Neuneinhalb e.V.
Kontakt Herr Jens Wagner
Gerberplatz 1,
95445 Bayreuth
Telefon:
0176 84742402
E-Mail-Adresse:
info@neuneinhalb.org
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