AfriKaleidoskop meets ARTE: "Afrikas vergessene Geschichte – Wer war Jan Conny?"
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Der Kultursender ARTE zeigt in Zusammenarbeit mit dem Exzellenzcluster Africa Multiple der Universität Bayreuth eine Dokumentation im Kulturhaus Neuneinhalb. Im Anschluss an die Vorführung des deutschen Films findet ein Gespräch zwischen dem Filmemacher Jean-Alexander Ntivyihabwa und Dr. Cassandra Mark-Thiesen (ehemalige Leiterin von JRG African Knowledges und der Zeitschrift „History“ seit den 1970er Jahren) statt. Die Veranstaltung wird aufgezeichnet und im Medienportal von ARTE sowie auf dem YouTube-Kanal des Clusters zur Verfügung gestellt.
Afrikas vergessene Geschichte, Folge 1: Freiheitskämpfer oder Menschenhändler – wer war Jan Conny?
Als die Preußen Anspruch auf Ghanas Goldküste erhoben, bedeutete das für die Mehrheit der Bevölkerung Kampf, Versklavung und Leid. Aber für einen der Afrikaner war es die Möglichkeit, zu Macht und Reichtum zu kommen. Was trieb diesen Mann an? War Jan Conny, der legendäre „Schwarze Preuße“ ein Sklavenhändler oder ein Befreiungskämpfer?
Als Kind hat Jan Conny vom Volk der Ahanta wahrscheinlich die ersten Schiffe des Kurfürsten aus Brandenburg vor der Küste seines Dorfes an der Goldküste Ghanas ankern sehen. Womöglich hat er 1685 beim Bau des Forts Groß-Friedrichsburg mitgearbeitet, mit dem die Brandenburger - dem Vorbild ihrer europäischen Nachbarstaaten folgend - in den transatlantischen Versklavungshandel einsteigen wollten. Sicher ist, das Jan Conny im Schatten des Forts Groß-Friedrichsburg zu einem wohlhabenden und mächtigen Unternehmer aufgestiegen ist. Er befehligte über zehntausend bewaffnete Männer und kontrollierte den Handel zwischen dem Hinterland und dem Fort an der Küste. Aber war der Afrikaner selbst am Sklavenhandel beteiligt? Es gebe Dokumente, die das belegen, sagt der ghanaische Historiker Edward Nyarko, der an den Ausgrabungen am Fort Groß-Friedrichsburg beteiligt ist.
Doch es gibt sehr unterschiedliche Deutungen, wer sich hinter der Figur des Jan Conny verbirgt, dessen Ahanta-Name wohl Yan Kwaw lautete. Auf den Bahamas wird er als anti-kolonialer Widerstandskämpfer verehrt. Jan Conny hat den preußischen Sklavenhandel nicht unterstützt, sondern beendet, davon ist der Historiker Christopher Davis überzeugt. Und so kommen jedes Jahr Pilger zu seiner Wirkungsstätte, um seinen Kampf gegen die Sklaverei zu ehren.
Freiheitskämpfer oder Menschenhändler? Womöglich beides? Wer war Jan Conny wirklich? Eine Spurensuche zwischen Pokesu an der Goldküste Ghanas, Emden, Berlin und den Bahamas.
Veranstaltungsort/-stätte
Kunst- und Kulturhaus Neuneinhalb
Gerberplatz 1,
95445 Bayreuth
Veranstalter:in
Exzellenzcluster Africa Multiple Universität Bayreuth
Kontakt Frau Sabine Greiner
Nürnberger Straße 38,
95445 Bayreuth
Telefon:
0921 554792
E-Mail-Adresse:
africamultiple-international@uni-bayreuth.de
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